Über mich: Claudia Korsten-Ring?

Oder: Womit Du bei mir rechnen darfst!

Ich könnte hier ganz klassisch anfangen: mit meinen Ausbildungen, Qualifikationen und beruflichen Stationen. Mit Yoga, Frauenarbeit, Körperinnenwissen, Energetik, Mystik, Grafik und Marketing.

Oder ich beginne mit dem, worauf all das gewachsen ist: mittlerweile 60 Jahren gelebtem Leben. Darauf bin ich stolz.

60 Jahre voller Erfahrungen, Umwege, Brüche, Neuanfänge, Liebe, Familie, Lernen, Scheitern, Aufstehen, Staunen, Zweifeln, Lachen und Weitergehen. 60 Jahre, die Spuren hinterlassen haben, in meinem Gesicht, in meiner Körperin, in meinem Denken und in meinem Wirken. Genau so soll es sein.

Meine erste Ausbildung führte mich übrigens in die Gestaltung. Ich wurde Mediengestalterin.
Zu meiner Schulzeit gab es schließlich noch keine Hexenschule in der Nähe. Frau darf pragmatisch bleiben.

Die Gestaltung ist geblieben und begleitet mich bis heute. Ich denke in Bildern, Farben, Formen, Worten und Räumen. Grafik und Kreativität sind für mich keine hübsche Verpackung dessen, was ich sagen möchte. Gestaltung ist eine Form des Erzählens. Ein Bild, eine Farbe, eine Typografie oder auch ein leerer Raum können etwas ausdrücken, bevor das erste Wort gelesen ist.

Später kamen Yoga, Körperinnenwissen, Energetik und das Wirken mit Frauen hinzu. Mein Yogaweg führte mich über eine fundierte Yogalehrerinnen-Ausbildung und das Studium der Yogaphilosophie weiter zu Yoga und Krebs und traumasensiblem Restorative Yin Yoga. Aus einer ersten Tür wurden über die Jahre ziemlich viele Räume.

Heute könnte ich Dir erzählen, dass ich Mediengestalterin, Yogalehrerin, Energiefrau, Hüterin der Weiblichkeit, Zyklusmentorin, Mystikerin, Herausgeberin von WEIB+WACH, dem Magazin für weibliche Tiefe, und Verfasserin des entstehenden WEIB.likon, einem Lexikon für Weiblichkeit, bin.

Stimmt alles. Nur weißt Du danach noch lange nicht, wer Dir hier eigentlich begegnet.

Also machen wir es anders.

Ich bin Claudia

Ich bin herzlich, neugierig, direkt und ausgesprochen gerne mitten im Leben. Ich liebe gutes Essen, Natur, Kräuter, das Meer, tiefe Gespräche und dieses wunderbare Lachen, bei dem jede Vorstellung von Würde irgendwann vollkommen überflüssig wird.

Smalltalk kann ich. Ich wohne nur nicht dort.

Mich interessiert das Darunter und das Dazwischen. Das, was wir für selbstverständlich halten, weil es uns lange genug erzählt wurde. Und das, was eine Frau längst in ihrer Körperin spürt, während ihr Kopf noch versucht, eine vernünftige Erklärung dafür zu finden. Ein Satz wie „Das macht man eben so“ kann mich zuverlässig beschäftigen. „Das war schon immer so“ ebenfalls.

Erzähl mir, etwas gehöre nun einmal zur Natur der Frau und es wird endgültig interessant. Dann grabe ich. Ich lese, recherchiere, hinterfrage, verbinde Geschichte mit Gegenwart, Wissenschaft mit weiblichem Erfahrungswissen und schaue ausgesprochen gerne dorthin, wo eine Geschichte plötzlich Risse bekommt.

Schachteln waren noch nie mein bevorzugter Aufenthaltsort

Grafik und Marketing stehen bei mir nicht neben Mystik. Körperinnenwissen nicht neben Forschung. Yoga nicht neben Weiblichkeit. Kunst nicht neben Schreiben. Räucherwerk widerspricht nicht der Frage nach wissenschaftlicher Evidenz.

Die Dinge sprechen miteinander. Mich interessieren die Verbindungen.

Mein Denken verläuft deshalb selten auf einer einzigen geraden Straße. Ein kleines bisschen „ADHS“ und das, was heute so schön „Neurodivergenz“ heißt, gehört ebenfalls zu meiner Mischung. Ich definiere mich nicht über Diagnosen und Bezeichnungen. Sie können etwas beschreiben, ohne erklären zu können, wer ich bin.

Meine Gedanken nehmen Seitenwege, entdecken Verbindungen, bleiben an einem Wort hängen, biegen irgendwo ab und kommen mit etwas zurück, von dem vorher noch niemand wusste, dass wir danach gesucht haben.

Manchmal führen diese Wege tief in den Wald. Und manchmal komme ich mit Hühnerbeinen wieder heraus.
Frag besser noch nicht. Es wird am Ende Sinn ergeben. Ich nenne das effiziente Umwegverwertung.

Eine heimliche Leidenschaft für Regeln habe ich übrigens auch. Für logische Regeln, nachvollziehbare Strukturen und Dinge, bei denen ich verstehen kann, weshalb sie so sind, wie sie sind. Ordnung kann ausgesprochen wohltuend sein, auch in meinem Kopf, in dem gleichzeitig ziemlich viele Türen offenstehen.

Ich breche Regeln nicht aus Prinzip. Ich möchte wissen, weshalb ich sie einhalten soll. Ergibt die Antwort Sinn, bin ich erstaunlich folgsam.

Was ich dagegen nur schwer schlucke, sind Regeln, die meinem gesunden Menschenverstand widersprechen. „Das macht man eben so“ ist für mich keine Begründung. „Das haben wir schon immer so gemacht“ macht die Sache erfahrungsgemäß eher schlimmer.

Meine Liebe zu nachvollziehbaren Regeln hat eine Geschichte. Ich habe früh erlebt, was geschieht, wenn Erziehung aus einem Menschen etwas Bestimmtes machen will. Wenn Autorität Gehorsam erwartet und die eigene Wahrnehmung dabei immer kleiner werden soll.

Ich nenne das heute manchmal meine Erziehungsverbonsaiung. Ein Mensch wird zurechtgeschnitten, damit er in die vorgesehene Form passt.

Diese Erfahrung hat mich geprägt. Ebenso wie spätere Situationen, in denen ich sehr genau hinschauen durfte, wem ich meine Entscheidungshoheit überlasse. Ich habe daraus etwas ziemlich Grundsätzliches gelernt: Meinen gesunden Menschenverstand gebe ich nicht an der Garderobe ab.

Ich frage nach, höre zu und prüfe. Einen triftigen Grund lasse ich mir durchaus erklären. Ergibt er Sinn, kann ich Regeln sehr gut akzeptieren. Bekomme ich keinen, ist das Spiel für mich konsequent beendet. Punkt.

Ich bin übrigens ein ziemlicher Elefant. Ich kann vergeben, neu betrachten, Zusammenhänge rückwärts verstehen und meinen Frieden mit vielem machen. Vergessen gehört noch nicht zu meinen herausragenden Begabungen. Erinnerung hilft mir zu erkennen, wo ich schon einmal gestanden habe, was ich daraus gelernt habe und welche Wege ich kein zweites Mal gehen werde.

Lebendig sein und tief ruhen

In mir kann ziemlich viel los sein. Gedanken, Ideen, Bilder und Zusammenhänge tauchen auf, verbinden sich und öffnen die nächste Tür. Aus einem kleinen Impuls kann etwas entstehen, das am Morgen noch überhaupt nicht geplant war.

Gleichzeitig kenne ich eine sehr tiefe Ruhe. Ich kann still werden, lauschen, wahrnehmen und stundenlang in einer Sache versinken. In der Natur sitzen, eine Körperin begleiten, in einem Ritual stehen oder mich so tief mit einer Frage beschäftigen, dass die Welt außen herum leiser wird.

Lebendigkeit und tiefe Ruhe sind für mich keine Gegensätze. Sie wohnen beide in mir.

Meine Körperin und ich befinden uns zwar zeitweise in einem sehr ernsthaften Generationskonflikt, alt bin ich deshalb noch lange nicht.
60 ist schließlich der Lebensabschnitt, in dem man genügend Erfahrung besitzt, um zu wissen, dass man bei Gewitter besser ins Haus gehen sollte. Und genügend Weisheit, um es trotzdem nicht zu tun, weil die virtuelle Wildwasserbahn gerade geöffnet hat.

Es kann Dir also durchaus passieren, dass Du mich mitten im Regen auf einem Stuhl sitzend vorfindest, während ich mit einer Freundin wild lachend eine imaginäre Wildwasserbahn hinunterfahre.

Manche Dinge brauchen keine tiefere Bedeutung. Manche brauchen nur Regen, eine Freundin und die Bereitschaft, sich bis auf die Unterwäsche nass zu machen.

Lebendigkeit gehört für mich unbedingt zum Leben. Würde übrigens auch. Die beiden vertragen sich prächtig.

Detailaufnahme von Claudia Korsten-Ring im gemusterten Kleid mit langer Kette.
Claudia Korsten-Ring schwimmt mit ausgebreiteten Armen im Meer.
Claudia Korsten-Ring bewegt sich mit geschlossenen Augen frei durch den Raum.

Meine Körperin ist keine Baustelle. Deine auch nicht.

Ich mag Frauen, die gelebt aussehen. Falten, Bäuche, Narben, graue Haare. Weiche Körperinnen, kräftige Körperinnen, müde Körperinnen, sinnliche Körperinnen. Und ich ehre alte Frauen. Ich ehre das gelebte Leben in ihren Gesichtern und Körperinnen. Die Jahre, die sich eingeschrieben haben. Das Erlebte, Überstandene, Geliebte, Verlorene, Getragene und Weitergegebene. Ich möchte diese Spuren weder wegdenken noch wegretuschieren.

Ohne die alten Frauen wären wir nicht.

Sie sind die Frauen vor uns. Mütter, Großmütter, Urgroßmütter und all jene, deren Namen wir längst nicht mehr kennen. Frauen, die gelebt, geboren, gearbeitet, geliebt, versorgt, verloren, ausgehalten, widersprochen und weitergegeben haben. Ihre Geschichten waren keineswegs immer leicht und auch nicht alles, was sie uns hinterlassen haben, darf unbefragt weitergetragen werden. Doch ihr gelebtes Leben verdient Würde.

Eine alte Körperin ist keine misslungene junge Körperin. Sie ist eine Körperin, die gelebt hat.

Mich interessiert keine Weiblichkeit, für die wir erst die richtige Kleidergröße, Hormonlage, Schwingungsfrequenz oder spirituelle Entwicklungsstufe erreichen dürfen. Ebenso wenig interessiert mich eine Weiblichkeit, die irgendwann an einer unsichtbaren Altersgrenze endet.

Wir Frauen sind keine Optimierungsprojekte.

Mich interessiert, was geschieht, wenn eine Frau aufhört, sich fortwährend von außen zu betrachten und beginnt, sich selbst wieder zuzuhören: ihrer Körperin, ihrer Stimme, ihrer Wut, ihrer Lust, ihrem Nein, ihrer Sehnsucht und diesem tiefen inneren Wissen, das manchmal längst verstanden hat, während der Verstand noch Akten sortiert.

Genau daraus ist auch die FrouwenZeit entstanden, mein regelmäßiger Online-Frauenkreis. Ein Raum, in dem Frauen zusammenkommen und sich intuitiv über das Leben austauschen. Ohne vorgegebenes Thema, das erst noch bearbeitet werden muss. Ohne Anspruch, am Ende irgendwo angekommen zu sein.

Wir bringen mit, was gerade da ist. Wir hören einander zu, erzählen, fragen, lachen, werden still und teilen das, was unser Leben uns gerade zeigt. Jede Frau bringt ihre eigenen Jahre, Erfahrungen und Geschichten mit.

So darf zwischen uns etwas entstehen, das Frauen seit jeher miteinander verbunden hat: gelebtes Leben, das geteilt wird.

Apropos tiefes Wissen: Ich habe einen Besen

Eine Trommel ebenfalls. Und eine durchaus beachtliche Menge Räucherware. Die Hexe in mir ist sehr lebendig.

Und ja, selbstverständlich besitze ich einen wundervollen Spitzhut. Den brauche ich nicht, um eine Hexe zu sein. Ich trage ihn zu passenden Gelegenheiten trotzdem mit großer Freude. Schließlich darf man der Welt da draußen gelegentlich genau das Klischee schenken, das sie ohnehin erwartet. Man soll die Menschen nicht unnötig verunsichern.

Der Spitzhut ist vermutlich das Harmloseste an der ganzen Sache. Bedenklicher wird es, wenn ich den Besen hole.

Hartnäckige energetische Ecken sind nämlich meine Spezialität. Was sich festgesetzt hat, darf angeschaut werden. Was abgestanden ist, darf gehen. Was schon viel zu lange irgendwo herumwabert, bekommt irgendwann Besuch, je nach Lage mit Räucherwerk, Trommel oder Besen. Gegebenenfalls mit allem gleichzeitig.

Ich nehme diese Arbeit ernst, mich selbst glücklicherweise weniger. Ich kann tief in einem Ritual stehen und mich wenig später über mich selbst kaputtlachen. Spiritualität ohne Humor wird mir schnell verdächtig.

Manchmal trägt ein Besen eine tiefe Symbolik, manchmal wird energetisch ausgekehrt und manchmal liegt einfach Dreck auf dem Boden.

Eine Eule habe ich übrigens noch nicht. Ich bin auf der Suche.
Man darf der eigenen Entwicklung schließlich noch Ziele lassen.

Claudia Korsten-Ring mit violettem Hexenhut vor einem großen grünen Kranz mit Pentagramm.

Ich kenne den Dreck​

Mein Leben verlief noch nie schnurgerade. Ich bin gefallen, mehr als einmal. Es gab Brüche, Verluste, Abschiede, Schmerzen, Umwege und Zeiten, in denen ich keinen blassen Schimmer hatte, wie es weitergeht. Meine besondere Gabe besteht weniger darin, niemals zu fallen. Ich lande erstaunlich oft wieder auf meinen Füßen. Manchmal allerdings auch mitten im Dreck. Dann sitze ich da, zerzaust, wütend, traurig, erschöpft oder ratlos.

Wenn ich lange genug dort gesessen habe, kommt irgendwann dieser Teil in mir zurück, der sich umschaut und feststellt:
Fango soll ja sehr entspannend sein.

Das ist keine Schönfärberei. Manches im Leben tut verdammt weh. Mancher Verlust braucht Zeit. Manche Schwelle verändert uns so tief, dass wir die Frau, die auf der anderen Seite herauskommt, selbst erst kennenlernen dürfen. Ich brauche kein goldenes Schleifchen um schwere Erfahrungen. Ich glaube daran, dass unser Leben Bedeutung trägt, dass Dinge aus einem Grund geschehen und wenig wirklich zufällig geschieht. Den Grund erkennen wir keineswegs immer, während wir mittendrin stehen.

Claudia Korsten-Ring steht im flachen Meer und hält sich mit überkreuzten Armen selbst.
Claudia Korsten-Ring steht im Meer, richtet den Oberkörper auf und blickt nach oben.

„Das Leben kann nur in der Schau nach rückwärts verstanden, aber nur in der Schau nach vorwärts gelebt werden.“
Søren Kierkegaard

Dieses Zitat begleitet mich schon sehr lange. Manches verstehe ich tatsächlich erst Jahre später. Erst im Zurückschauen erkenne ich Zusammenhänge, sehe, wohin ein Umweg geführt hat oder begreife, weshalb eine Schwelle mein Leben so tief verändert hat. Das macht das Schwere im Rückblick nicht schön. Es gibt ihm einen Platz in meiner Geschichte.

Manche dieser Schwellen werden irgendwann zu Worten. So entstand auch mein Blogartikel „Was bleibt, wenn …“, angestoßen durch Hofmannsthals Jedermann und weitergedacht zur jederFrau.

Irgendwann entdecke ich häufig auch den Stein, über den ich gestolpert bin. Dann steige ich drauf. Der Sturz wird dadurch nicht schöner. Der Stein liegt nun einmal da. Und von dort oben kann ich weitersehen. „So, wo samma!“, um es auf Bayerisch zu sagen.
Wo stehe ich jetzt? Was hat sich verändert? Was darf hier enden? Was beginnt? Wo geht es weiter?
Bayern ist schließlich seit 25 Jahren der Fleck Erde, an dem ich lebe. Nachdem ich als Neandertalerin von meinem Mann gerettet worden bin.
Aber das ist eine andere Geschichte.

So bewege ich mich durch mein Leben: Aus dem Dreck Fango machen. Aus dem Stolperstein einen Aussichtspunkt. Und den Humor behalten, während ich herausfinde, wie es weitergeht.

Meine Familie hatte ausreichend Vorwarnzeit

Mein Mann wusste ziemlich früh, worauf er sich einließ. Ich hatte ihm schließlich bereits erzählt, dass ich darüber sinniere, ob Gullydeckel Gefühle haben. Nach 25 Jahren wird ihm an manchen Stellen noch immer ein wenig schwindelig. Dann greift er sich an den Kopf. Eines hat er nach eigener Aussage allerdings noch nie gedacht:
„Warum bin ich damals nicht einfach umgedreht?“

Dafür liebe ich ihn. Die Sache mit der Eule besprechen wir trotzdem noch.

Meine Tochterfrau hatte es ebenfalls nicht immer leicht mit mir. Als ich mit Yoga begann, war sie elf. Eine Mutter, die plötzlich solche Sachen machte, gehörte noch nicht unbedingt zu den Dingen, mit denen man in diesem Alter vor Freundinnen besonders gerne angibt.

Inzwischen ist aus diesem elfjährigen Mädchen selbst eine beachtlich weise junge Frau geworden. Eine Frau mit ihrem eigenen Blick auf das Leben, ihren Erfahrungen und ihrem eigenen Weg. Auf die ich im übrigen unfassbar stolz bin. Und diese Frau ist heute stolz auf ihre Mama.

Auf meinen Weg. Auf WEIB+WACH, mein Magazin für weibliche Tiefe. Auf das entstehende WEIB.likon, ein Lexikon für Weiblichkeit. Auf meine Kunst und auf all die Wege, die mich immer tiefer geführt haben. Das bedeutet mir ziemlich viel, denn sie kennt schließlich noch die Frau von ganz am Anfang. Dazwischen liegt kein gerader Lebenslauf.

Dazwischen liegt mein Leben – unser Leben.

Genau daraus ist mein Wirken entstanden

Ich begleite Frauen nicht, weil ich weiß, wie ihr Leben geht. Das weiß ich nicht. Ich halte Räume, in denen eine Frau sich selbst wieder hören kann.
Ich frage, ich spüre, ich widerspreche auch und grabe gerne gemeinsam ein Stück tiefer. Wenn ich den Eindruck habe, dass wir gerade sehr kunstvoll um etwas herumreden, kann es durchaus passieren, dass ich frage: „Was ist denn da eigentlich wirklich los?“

Meine gewisse Unverträglichkeit gegenüber Bullshit – auch gegenüber meinem eigenen – ist dabei selten böse gemeint. Manchmal öffne ich eine Tür oder halte sie eine Weile offen. Durchgehen darf Frau selbst. Und laufen darf sie auch selbst, wenn sie bereit ist. Denn es ist ihr Weg, nicht meiner.

Mein Wirken verbindet die Körperin mit dem Wissen, das in ihr lebt, weibliche Geschichte mit Gegenwart, altes Wissen mit heutiger Forschung, Mystik mit Bodenhaftung und Tiefe mit einer ordentlichen Portion Lebenslust. Daraus entstehen meine Frauenräume, mein Schreiben und WEIB+WACH. Daraus wächst das WEIB.likon. Und daraus entsteht immer wieder etwas, das ich selbst am Anfang noch gar nicht geplant hatte.

Ein kleiner Gedanke öffnet eine Tür. Ich gehe hindurch, entdecke dahinter einen Gang, dort liegt irgendeine alte Spur, und ehe ich mich versehe, stehe ich drei Räume weiter und denke:

Ach guck. Darum ging es also eigentlich. Effiziente Umwegverwertung eben.

Claudia Korsten-Ring steht im Meer und streckt der Betrachterin einladend die Hand entgegen.

Falls Du mir begegnest …

… brauchst Du weder besonders spirituell noch besonders weiblich, besonders geheilt oder besonders irgendetwas zu sein.

Bring Dich mit.

Mit Deiner Geschichte, Deinen Widersprüchen, Deinem Lachen, Deiner Wut, Deinen Fragen, Deiner Lust am Leben und auch mit den Stellen, an denen Du gerade noch nicht weißt, wie es weitergeht. Wir können dort anfangen.

Sollten wir unterwegs über einen Stein stolpern, schauen wir ihn uns an und steigen womöglich drauf. Falls wir im Dreck landen, kennen wir inzwischen die Sache mit dem Fango.

Und findet sich irgendwo eine ausgesprochen hartnäckige energetische Ecke, keine Sorge.

Ich weiß, wo der Besen steht.

Falls Du mir jetzt etwas sagen möchtest: Ich lese Dich gern.