Zwischen Dunkelheit und dem ersten Licht

Sonnenaufgang über ruhigem Wasser mit zarten Farben als Symbol für den Übergang zwischen Dunkelheit und erstem Licht
Zwischen Dunkelheit und erstem Licht, Karsamstag, der Raum dazwischen, Meer in der Dämmerung, Stille und Übergang

Zwischen Dunkelheit und dem erstem Licht

Karsamstag – der Raum dazwischen

Im Mystikerinnen Kreis wurde heute ein Reel von Arne Kopfermann geteilt. Heute ist ein sehr besonderer Tag im Kirchenjahr, Karsamstag.

„Jesus ist tot. Der Körper liegt im Grab. Alles ist still geworden. Weder Trost, noch Aufbruch, noch das Licht, das sich schon zeigt. Ein Raum, der sich nicht erklären lässt und bleibt.“ Kopfermann spricht davon, dass wir im Dunkeln tasten und dass genau dort ein Raum entsteht, in dem Staunen möglich wird. Staunen heißt, zu akzeptieren, dass etwas größer ist als Dein Verstehen. Staunen heißt, nichts beweisen zu wollen. Staunen heißt, still zu werden und dennoch zu vertrauen.

Diese Worte haben mich berührt.

Ich bin keine Kirchgängerin im klassischen Sinn und gleichzeitig lebt in mir ein tiefer Glaube. Kein Glaube, der sich erklären will, sondern ein Glaube, der sich in Momenten zeigt, in denen ich loslasse.

Der Raum des Nichtwissens

Karsamstag ist ein Raum dazwischen. Ein Raum, in dem alles still liegt.
In der christlichen Erzählung ist Jesus gegangen und die Auferstehung noch nicht sichtbar. Ein Zustand, der Dich einlädt, im Nichtwissen zu bleiben. Und genau hier beginnt die Tiefe.

Als Frau kennst Du diesen Raum aus Deinem Leben, aus Momenten, in denen etwas endet und noch nichts Neues greifbar ist. Du kennst ihn in Deiner Körperin. In etwa 450 aktiven Zyklen lebst Du diesen Moment immer wieder. Der Moment nach der dunklen Mondin, wenn die Blutung abklingt und die Leere sich zeigt und noch nichts sichtbar ist. Auch das ist eine Schwelle.

Alles Alte hat sich gelöst und das Neue zeigt sich noch leise. Ein Raum zwischen Tod und Werden, zwischen Loslassen und Aufblühen.

Tarot XIII – Der Tod als Wandlung

In der Heldinnenreise durch die große Arkana des Tarot begegnet Dir genau hier die XIII, der Tod. Nicht als Ende im äußeren Sinne, sondern als das natürliche Sterben eines Abschnitts. Etwas hat sich gelebt. Etwas durfte sich erschöpfen. Etwas geht.

Der Moment, in dem nichts festgehalten werden kann, in dem keine Form mehr trägt. Der Moment, in dem Du Dich zeigst, ohne Maske.

Deine Körperin kennt diesen Weg. Sie lässt los und vertraut dem Prozess der Wandlung. Viele fürchten diesen Raum, weil er in die Ehrlichkeit führt. Und genau darin beginnt Wahrheit und die innere Klärung.

Hier geht das Licht aus. Und genau hier beginnt Dein Sehen in der Dunkelheit. Das ist die dunkle Nacht der Seele. Ein Raum, in dem sich nichts zeigt und gleichzeitig alles geschieht.

Die Wendung zum Licht

Und dann verändert sich etwas. Ganz leise. Ein erstes Licht. Ein inneres Aufatmen. Das kaum wahrnehmbare Erblühen. Die Energie beginnt sich zu drehen.

Die zunehmende Mondin bewegt sich in diese Richtung. In Deinem Zyklus beginnt hier der innere Frühling. Die Tarotkarte der Sonne trägt diese Qualität von Wärme, Klarheit und Lebendigkeit. Und auch die Auferstehung Jesu zeigt diese Bewegung – als Wandlung durch die Tiefe in ein neues Sein.

Tarotkarten Tod XIII und Mäßigkeit XIV liegen nebeneinander, Symbol für Wandlung, Übergang und inneren Transformationsprozess
Zwei Frauen stehen in der Dämmerung am ruhigen Meer, zwischen Licht und Dunkelheit, weite Wasserfläche und stiller Horizont

Der Moment dazwischen

Es gibt diesen Moment, in dem Du bleibst, ohne nach einer Antwort zu greifen. Alles wird langsamer, weiter, stiller. Karsamstag trägt genau diese Qualität. Ein Raum, in dem sich Ordnung neu bildet, ohne dass Du eingreifst. Deine Körperin kennt diesen Ort sehr genau. Hier beginnt ein Erinnern, ein leises Wissen, das aus Deinem Gewebe aufsteigt.

Die Schwelle im Tarot – Hingabe und Ausrichtung

Wir gehen noch einmal zurück zum Tarot. Kaum eine andere Karte bewegt so tief wie die XIII, der Tod. Sie zeigt den Abschluss eines Abschnitts und die Einladung, diesen bewusst zu würdigen. Der Reiter bewegt sich nach rechts, in Richtung des aufgehenden Lichtes. Während viele nach links blicken, dorthin, wo die Sonne sinkt. Diese Symbolik eröffnet eine klare Bewegung: Du darfst Dich dem Licht zuwenden, das bereits entsteht.

 

Tarot XIV – Die Mäßigkeit

Nach dem Tod zeigt sich die XIV, die Mäßigkeit. Sie trägt die Qualität des Dazwischen. Ruhen. Stillwerden. Innehalten. Ohne Eile. Ohne sofortige Handlung. Sie öffnet einen Raum, in dem sich Neues ordnet, ganz natürlich. Ein leises Zusammenfinden, ein innerer Ausgleich.

Genau diese Qualität hat mich heute berührt. Ein Raum zwischen Tod und Auferstehung, der Stille trägt und Würdigung.

Integration – die Weisheit Deiner Körperin

In der Heldinnenreise zeigt sich nach der dunklen Nacht eine Weite. Ein offenes Feld getragen von Stille. Deine Körperin beginnt neu zu weben. Leise und unaufhaltsam. Du darfst Dich von Deinem Atem und Deinem Rhythmus halten lassen.

Alles gehört zusammen

Das Reel von Arne Kopfermann öffnet den biblischen Bezug zu dem, was wir als Frauen zyklisch erleben. Stille. Schweigen. Ein Raum ohne Antworten.

Tarot, Mondin, Zyklus, Spiritualität.

Sie erzählen dieselbe Wahrheit.
Wandlung geschieht. Immer wieder. In Dir. Und durch Dich.

Du bist der Ort der Wandlung

Du darfst Dich diesem Rhythmus anvertrauen. Du darfst Dich erinnern an das Licht, das in Dir aufsteigt.

 

Du bist der Ort, an dem Dunkelheit sich wandelt und Licht neu geboren wird.

 

Nimm Dir einen Moment.

Spüre in Deine Körperin. Dorthin, wo es still wird.
Dorthin, wo nichts entschieden werden muss. Wo nichts schneller werden muss.
Lege Deine Hände auf Deinen Schoßraum oder Dein Herz.

Und atme.

Ganz ruhig. Ganz bei Dir.
Lausche diesem Raum dazwischen.

Hier beginnt Dein eigenes Wissen zu sprechen.

6 Gedanken zu „Zwischen Dunkelheit und dem ersten Licht“

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