Frauengesundheit

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Frauengesundheit

Frauengesundheit beschreibt die körperliche, emotionale, hormonelle und zyklische Gesundheit der Frau in ihrer Ganzheit. Viele Prozesse der weiblichen Körperin galten über lange Zeit als „kompliziert“, wurden vereinfacht betrachtet oder blieben über Jahrzehnte wenig erforscht. Dadurch entstanden Lücken im Verständnis weiblicher Gesundheit, die Frauen bis heute spüren.

Die Medizin richtete sich im Ursprung nach den Erkenntnissen, die Männer in jahrhundertelanger Forschung gesammelt hatten. Was sie in und an der weiblichen Körperin nicht einordnen konnten, wurde weggelassen oder nur rudimentär betrachtet. Dadurch entstand ein medizinisches Wissen, das die Erfahrungen von Frauen häufig nur am Rand berücksichtigte.

Die weibliche Körperin funktioniert jedoch zyklisch. Hormone, Nervensystem, Stoffwechsel, Schmerzempfinden, Schlaf, Psyche, Sexualität und Selbstwahrnehmung verändern sich im Rhythmus des Zyklus, durch Schwangerschaften, Geburt, Stillzeit und die Wechseljahre. Auch Erkrankungen zeigen sich bei Frauen häufig anders als bei Männern.

Lange wurden Schmerzen, Erschöpfung, Stimmungsschwankungen oder Beschwerden im Schoßraum bagatellisiert oder emotionalisiert. Themen wie PMS, Wechseljahre oder weibliche Lust fanden über viele Generationen wenig Raum in Forschung, Ausbildung und gesellschaftlichem Gespräch. Erkrankungen wie Endometriose und Adenomyose wurden zwar erkannt, dennoch fehlte in der Medizin lange Zeit die Offenheit, sich gezielt mit diesen weiblichen Erkrankungen auseinanderzusetzen und ihre Ursachen tiefer zu erforschen. Gleichzeitig wurde den Frauen das Gefühl vermittelt, mit ihrer Körperin „zu empfindlich“ oder „zu viel“ zu sein.

Frauengesundheit beginnt dort, wo die Erfahrungen von Frauen ernst genommen werden. Dort, wo die Körperin verstanden werden möchte und mehr als reine Funktion betrachtet wird. Sie umfasst anatomisches Wissen ebenso wie Nervensystem, Ernährung, Berührung, Bewegung, Stressregulation, Zyklusbewusstsein, Sexualität und emotionale Sicherheit.

Immer mehr Frauen beginnen heute, ihre Körperin wieder selbst zu lesen. Sie beobachten ihren Zyklus, spüren Veränderungen früher wahr, hinterfragen Symptome und suchen nach ganzheitlichen Wegen, um Gesundheit nicht nur als Abwesenheit von Krankheit zu verstehen, sondern als lebendige Verbindung zu sich selbst.

In meinem Wirken als Hüterin der Weiblichkeit öffnen sich genau diese Räume. Die Körperin wieder tiefer zu verstehen. Das zyklische Sein als Frau zu erinnern und das eigene Leben Schritt für Schritt wieder zyklischer auszurichten. In diesen Momenten entstehen Wahrheit, Würde und Frauengesundheit.

Dabei spielt das Wissen der Ahninnen über zyklisches Leben als Frau eine immer größere Rolle. Frauen fragen nach dem „Wie haben es die Ahninnen gemacht?“ und finden Schritt für Schritt zurück in ihre Körperinnenweisheit und Erinnerung.

»Frauengesundheit beginnt dort, wo die Erfahrungen der weiblichen Körperin endlich Bedeutung bekommen.«