WEIB.likon / C / Cailleach
Cailleach · Erinnerung · Urkraft des Winters
Cailleach (ausgesprochen: KAL-jach)
Cailleach ist die alte Weise. Sie ist eine weise Schwellenhüterin am Übergang zur dunklen Nacht der Seele. Sie steht am Übergang zwischen den Welten, zwischen Werden und Vergehen, zwischen Leben und Rückzug.
In der keltischen Überlieferung erscheint sie als Hüterin des Winters, als Gestalt der wilden Natur, der Berge, der Stürme und der kargen Zeiten. Sie formt Landschaften, lenkt die Kräfte der Erde und bringt das Leben in die Phase der Ruhe.
Cailleach erinnert an Zyklen, die sich dem schnellen Zugriff entziehen. An Zeiten, in denen sich nichts im Außen zeigt und dennoch alles in der Tiefe geschieht.
Sie steht für das Alter in seiner Würde. Für die Weisheit, die aus gelebtem Leben entsteht. Für das Loslassen dessen, was erfüllt ist.
In einer Zeit, die Wachstum und Sichtbarkeit betont, bringt Cailleach eine andere Qualität ins Feld. Sie lädt ein, Dich zurückzuziehen, still zu werden und Dich mit dem zu verbinden, was unter der Oberfläche reift.
Cailleach wirkt nicht über Lautstärke. Ihre Kraft liegt im Dasein, im Aushalten, im Wissen um den richtigen Moment. Sie erinnert Dich daran, dass Rückzug kein Verlust ist, sondern Teil des Kreises. Dass Leere Raum schafft. Und dass aus der Stille neues Leben entsteht.
Auch in Dir lebt diese Qualität. In Momenten des Innehaltens, im Bedürfnis nach Rückzug, in der Weisheit Deiner Körperin, die weiß, wann es Zeit ist, langsamer zu werden.
»Ich gehe durch die Dunkelheit und erkenne, dass sie mich zu mir selbst zurückführt.«
- Siehe auch:
Jahreskreis
Ahninnenweisheit
Zyklus
Rückzug
