Haltebänder der Gebärmutter

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Haltebänder der Gebärmutter

Die Gebärmutter liegt beweglich und zugleich gut gehalten im kleinen Becken. Dafür sorgt ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Bindegewebe, Faszien, Beckenboden und verschiedenen Bandstrukturen. Umgangssprachlich werden die Haltebänder der Gebärmutter häufig als Mutterbänder bezeichnet.

Zu den wichtigen Strukturen dieses Haltesystems gehören die Kardinalbänder, auch Mackenrodt-Bänder genannt, die den Gebärmutterhals seitlich mit dem umgebenden Beckenbindegewebe verbinden. Die Kreuzbein-Gebärmutter-Bänder ziehen vom Bereich des Gebärmutterhalses nach hinten in Richtung Kreuzbein. Die runden Mutterbänder beginnen am oberen Bereich der Gebärmutter und ziehen nach vorne durch den Leistenkanal. Gemeinsam tragen diese Strukturen dazu bei, die Gebärmutter zu stabilisieren und ihr zugleich Beweglichkeit zu ermöglichen.

Besonders spürbar kann dieses Zusammenspiel während der Blutung werden. Die Gebärmutter zieht sich rhythmisch zusammen, um die Gebärmutterschleimhaut auszuscheiden. Diese Kontraktionen verändern auch die Spannung in dem mit ihr verbundenen Gewebe und Strukturen. Da die Kreuzbein-Gebärmutter-Bänder den Bereich des Gebärmutterhalses nach hinten in Richtung Kreuzbein anbinden, können Spannungen und Schmerzen während der Menstruation auch im unteren Rücken und Kreuzbeinbereich wahrgenommen werden. Menstruationsbedingte Rückenschmerzen entstehen aus mehreren körperlichen Vorgängen und lassen sich daher nicht allein auf die Haltebänder zurückführen.

Sehr eindrucksvoll zeigt sich die Anpassungsfähigkeit des Halteapparates während einer Schwangerschaft. Die Gebärmutter wächst aus dem kleinen Becken weit in den Bauchraum hinein. Bindegewebe, Faszien und Bandstrukturen passen sich dieser enormen Veränderung an. Vor allem die runden Mutterbänder werden gedehnt und verlängern sich. Die zunehmende Spannung kann das typische Ziehen oder Stechen hervorrufen, das in der Schwangerschaft als Mutterbandschmerz bezeichnet wird.

Wird die Gebärmutter bei einer Hysterektomie entfernt, verschwinden ihre Haltestrukturen nicht einfach mit ihr. Je nach Operationsverfahren werden Bandstrukturen an ihren Verbindungen zur Gebärmutter oder zum Gebärmutterhals durchtrennt. Verbleibende Anteile wichtiger Haltestrukturen können genutzt werden, um den oberen Bereich der Scheide zu stabilisieren. Die Entfernung der Gebärmutter verändert damit auch die anatomischen Verhältnisse ihres bisherigen Halteapparates. Welche Strukturen erhalten, durchtrennt oder neu befestigt werden, hängt von der Art der Operation ab.

»Die Gebärmutter wird in der Körperin gehalten und darf zugleich beweglich bleiben.«

  • Siehe auch
    Gebärmutter
    Beckenboden
    Menstruation
    Hysterektomie
Anatomische Darstellung der Gebärmutter mit rundem Mutterband, Kardinalband und Kreuzbein-Gebärmutter-Band

Haltebänder der Gebärmutter
Die Gebärmutter wird durch ein bewegliches Zusammenspiel verschiedener Bandstrukturen im Becken stabilisiert. Dargestellt sind die runden Mutterbänder, die Kardinalbänder und die Kreuzbein-Gebärmutter-Bänder.

Illustration: WEIB.likon · eigene schematische Darstellung. Anatomische Orientierung u. a. nach Netter, Atlas der Anatomie des Menschen, Tafel 373. Kap5-Becken-Dammregion_T369-T37…