Das Feuer ist gereift
Sechzig Jahre später kehrt diese Kraft zurück
An der Schwelle eines neuen Zyklus
Am 17. Februar beginnt das Jahr des Feuerpferdes. Sechzig Jahre nach 1966 kehrt diese Energie zurück und ein vollständiger Atem der Zeit schließt sich. Sechzig Jahre sind kein Zufall. Es ist ein kompletter Zyklus im chinesischen Kalender und zugleich ein Körperinnen Zyklus. Zeit und Körper bewegen sich nicht getrennt voneinander, sie durchdringen sich.
Das Jahr des Feuerpferdes begann 1966 am 21. Januar und dauerte bis zum 8. Februar 1967. Ich wurde am 19. Juni 1966 geboren, noch vor der Sommersonnwende, mitten in der stärksten Phase des Jahres. Das Licht stand hoch, die Tage waren lang, die Sonne hatte ihre größte Kraft fast erreicht. Ich kam nicht am Rand dieses Zyklus zur Welt, sondern in seinem Zentrum.
Das erklärt einiges: Mein Temperament, die innere Unruhe und der Wille, nicht gezähmt zu werden. Die Kraft, Räume zu eröffnen und meinen eigenen Weg zu gehen. Viele von uns, die in diesem Sommer 1966 geboren wurden, tragen diese Qualität in sich. Nicht als ständige Explosion, sondern als innere Glut, die Richtung geben will.
Der Kreis schließt sich anders
Nun, sechzig Jahre später, kehrt das Feuerpferd zurück. Doch es trifft auf andere Körperinnen. Auf Frauen wie mich, im Übergang in eine neue Lebensphase, in der das Blut sich zurückzieht und sich die innere Führung neu ausrichtet.
Nicht jede spürt sich bereits als Hüterin. Doch diese Schwelle ist für viele deutlich wahrnehmbar. Etwas ordnet sich neu, wird leiser und zugleich klarer.
Der Kreis schließt sich nicht, um sich zu wiederholen. Er schließt sich, um zu reifen. An dieser Schwelle steht die dunkle Mondin ohne sichtbares Licht und äußerem Zeichen von Wachstum am Himmel. Und genau hier beginnt der neue Zyklus.
Die Kraft sammelt sich im Dunklen, noch unsichtbar, noch nicht ausformuliert. Neubeginn geschieht nicht im Lärm, sondern in der inneren Setzung. Das Feuer wird nicht entfacht, es wird gehütet.
Der 60 Jahre Zyklus begegnet der Generation der 66er genau in diesem Moment der Wandlung. Das Feuer, das uns in die Welt brachte, kehrt zurück, während wir selbst unser inneres Feuer neu definieren.
Es geht nicht mehr um Geschwindigkeit oder Beweis. Es geht um Maß, um Klarheit und um die Fähigkeit, Kraft zu bündeln statt sie zu verstreuen.
Ich spüre das sehr konkret. Ich war das wilde Mädchen mit der Wildheit des ungezähmten Pferdes. Heute bin ich eine Frau im Übergang. Im Moment auch erschöpft. Doch diese Erschöpfung ist kein Verlust meiner Lebendigkeit, sondern ein Zeichen, dass sich etwas sammelt. Ich habe geordnet und losgelassen. Das Tempo herausgenommen. Das wilde Mädchen lebt noch in mir, aber es rennt nicht mehr voraus. Es geht an meiner Seite und ich entscheide über das Tempo.
Vielleicht liegt genau darin die Botschaft dieses Feuerpferd Jahres. Das Feuer wird nicht weniger, es wird bewusster. Es brennt nicht mehr nach außen gegen Widerstände, sondern nach innen als klare, tragende Glut. Freiheit entsteht nicht mehr im Kampf, sondern in der inneren Autorität.
Das Pferd ist kein Motor
Genau hier wird spürbar, wie unterschiedlich wir weibliche Kraft heute verstehen.
In meinem Blogbeitrag über die Trinität der weiblichen Energie, habe ich das Pferd als jene Qualität beschrieben, die zwischen innerem Impuls und äußerer Bewegung vermittelt. Nicht als reines Kraftsymbol, sondern als Ausdruck von Verkörperung, von feiner Wahrnehmung und innerer Führung. Ein Pferd reagiert nicht auf Druck allein, sondern auf Präsenz. Es spürt das Nervensystem, bevor es einen Schritt setzt.
In vielen Darstellungen wird diese Energie als Tempo und Durchsetzung gezeigt. Doch für viele Frauen im Übergang, besonders für jene, die um 1966 geboren wurden, geht es nicht um Beschleunigung. Es geht um Reifung und stille Souveränität, als neues Maß innerer Autorität.
Ein reifes Pferd steht für regulierte Kraft. Für Bewegung aus Stimmigkeit. Für eine Energie, die nicht überfordert, sondern trägt. Das ist kein Rückzug. Es ist bewusste Verkörperung weiblicher Weisheit.
So wird die Kraft feiner. Das Feuer lodert nicht mehr unkontrolliert, sondern brennt gehütet.
Und genau darin beginnt eine neue Form von weiblicher Präsenz.
Behutsamkeit ist keine Schwäche
Vielleicht spürst Du genau hier etwas Ähnliches. Dass Bewegung heute nicht mehr antreibt, sondern gehalten werden will. Das Jahr des Feuerpferdes ruft Dich nicht schneller zu werden, sondern wacher. Behutsam. Schritt für Schritt. Aus der Weisheit Deiner Körperin heraus.
Dieses Jahr lädt Dich ein, aus Deiner Wahrhaftigkeit und Deiner wachsenden inneren Autorität zu handeln. Nicht angepasst, nicht erklärend, nicht aus Erwartung. Sondern so, wie es sich von innen heraus zeigt. Deine Körperin kennt den Takt. Sie weiß, wann es Zeit ist, sichtbar zu werden und wann Rückzug die ehrlichere Bewegung ist. Pausen sind kein Stillstand, sondern Teil Deiner weiblichen Reifung.
Diese Form von stiller Souveränität ist im Wandel unserer Zeit zunächst ungewohnt, manchmal sogar unbequem. Wahrhaftiges Tun lässt sich nicht optimieren und nicht kontrollieren. Es folgt keiner äußeren Norm, sondern einer tiefen inneren Stimmigkeit. Und genau das macht es kraftvoll.
Du bleibst bei Dir. Auch wenn es reibt. Auch wenn es nicht sofort verstanden wird. Das Feuerpferd bringt Ausdruck, Mut und Bewegung, aber nur dort, wo sie verkörpert sind. Wo Du Dich nicht anpasst, sondern Dir selbst folgst. Und genau darin beginnt eine neue Form von weiblicher Sichtbarkeit.
Möglicherweise ist das die eigentliche Schwelle dieses Jahres. Nicht mehr gegen die Welt zu rennen, sondern so tief in Dir zu stehen, dass die Welt Deinen Takt spürt. Wenn Du das fühlst, dann bist Du längst im Übergang.
Lasse den Text noch einen Moment in Deiner Körperin nachklingen.
Nimm einen ruhigen Atemzug, ohne etwas verändern oder verbessern zu wollen.
Spüre, wo in Dir gerade Bewegung ist und wo sich etwas sammelt.
Wo trägt Dich noch ein altes Tempo und wo brennt bereits ein Feuer, das nicht mehr lodern muss, sondern gehütet werden will.
Bleib einen Augenblick dort. Mehr braucht es nicht.
Danke an die FotografInnen von unsplah

Liebe Claudia, ich bin begeistert von deinem Artikel. Sooo kraftvoll. So megaschön beschrieben. Und: soo sehr DU! Ja, das bist du.
Ich spüre diese Feuerpferdkraft auch sehr. Und ich werde von ihr auf/in die Erde und in den Körper zurückgebracht, wo ich dachte, dass ich da schon längst bin. Nix da! Da geht noch mehr! 😉
So kraftvoll und liebevoll.
Liebe Seelenschwester, danke dir für deine Berührtheit. Ja diese Energie vermag viel mehr in uns anzurühren, als die allgemeine Assoziation von wildem Galopp. Gemeinsam nun Hüfte an Hüfte in diesem besonderen Jahr. Ich danke dir von Herzen.